Das Münster auf der Fraueninsel (1)

Ein kurzer Rundgang durch das Münster Frauenwörth

Bevor Sie das Münster betreten, bleiben Sie bitte im Friedhof stehen!

Werfen Sie einen Blick nach Norden, auf das älteste Gebäude der Insel, die karolingische Torhalle. Sie ist einzigartig in ihrer Art im süddeutschen Raum.

Dieses Gebäude schloss die Klosterpfalz ab. Neuesten Erkenntnissen zufolge ließ sie Bayernherzog Tassilo III. bereits 782 mit Kloster und Kirche errichten.

Über den Arkaden der Torhalle ruht das Tonnengewölbe mit der Michaelskapelle. Auf deren Apsiswänden sind 5 kunsthistorisch wertvolle Engelfresken zu bewundern, die zur ursprünglichen Ausstattung dieses Kapellenraumes gehören. Sie zählen neben den romanischen Fresken des Münsters zu den wichtigsten archäologisch-kunstgeschichtlichen Entdeckungen der Gegenwart in Süddeutschland. Heute befindet sich im Torhallenraum während der Sommermonate eine Agilolfinger-Gedächtnisausstellung.

Das Münster gehört zu den ältesten kirchlichen Großbauten im süddeutschen Raum. Es wurde als einschiffige romanische Hallenkirche errichtet. Das Fundament und die Grundmauern sind wohl der karolingischen Epoche (8. Jh.) zuzuordnen. Der übrige Hochbau entstand um das Jahr 1000.

Der Umgang um den Hauptaltar und die 3 Seitenkapellen sind späteren Ursprungs. Von den Treppen der 1472 angebauten gotischen Vorhalle aus können Sie das romanische Portal mit seinem verwitterten Sandsteintympanon betrachten, das mit der Darstellung des Lebensbaums auf Christus, den Lebensspender, hinweist. Der feinziselierte Türklopfer auf der gotischen eisenbeschlagenen Türe stammt aus der Romanik. Er ist in Form eines streng stilisierten Löwenkopfes gestaltet