Der bedeutendste kunsthistorische Schatz des Münsters sind die in den sechziger Jahren am Dachboden freigelegten romanischen Fresken. Die archäologischen Untersuchungen von 1961 förderten Fragmente vermutlich ottonischer Fresken in den 3 rechten und 3 linken Gewölbetaschen an der Wand rechts und links vom Hochaltar zutage.

Der Münsterturm (Campanile) aus dem 11. Jh. ist mit seiner isolierten Stellung nördlich der Kirche einmalig in seiner Art.

 

Achteckig, mit einem Durchmesser von 8,8 m, 2 m starken Mauern, und einer Höhe von 36 m gehört er nicht zum Urbestand des Klosters. Er wurde wohl als Wehr und Fluchtturm zur Zeit der Ungarnstürme errichtet. Erst im 13./14. Jh. wurde er zum Glockenturm des Münsters ausgebaut.

 

1573 erhielt er seine charakteristische Zwiebelkuppe und gilt als Wahrzeichen des Chiemgaus.

In der Taufkapelle des Münsters erscheinen rechts und links an den Wänden Arkadenbögen, die wohl zum Westwerk der romanischen Hallenkirche gehörten; sie werden auf die Zeit um 1000 datiert.

Der spätgotische Taufstein von (1475) ist mit einem Holzdeckel geschlossen (1602), auf dem neben der Heiligen Dreifaltigkeit die sieben Sakramente dargestellt sind

Am Hochgrab der seligen Irmengard vorbei, im Boden unter dem südwestlichen Pfeiler der ältesten Stiftskirche fand man 1961 die ursprüngliche Grabstätte der Seligen unter dem letzten Pfeiler rechts in einer Gruft. Bereits zu Lebzeiten als Heilige verehrt, wurde sie im Fundament der Kirche bestattet.

 

Der ursprüngliche Sarkophag, ein schlichter rechteckige Sarg aus weißem Marmor der anlässlich der Grabungen 1961 wieder aufgefunden werden konnte, ist ein Werk der spätrömischen Zeit.

 

Der Sargdeckel mit der Inschrift ist offenbar beim Kirchenumbau 1475 zerbrochen und fehlt seitdem. Die Identit ät des Sarkophags wird durch die genaue Beschreibung anlässlich der Öffnung des Grabes und der Erhebung der Gebeine der Seligen im Jahre 1631 bewiesen.

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