DAS TURMMUSEUM

Der "Turm von Oetz" stellt das älteste erhaltene profane Bauwerk im Ötztal dar. Einst Wohnsitz einer Adelsfamilie, reicht sein Ursprung in die Romanik zurück. Er diente einer Landadelsfamilie als Wohnsitz inmitten der Siedlung von Bauernhöfen.

Die Erstnennung des spätromanischen, mitten im alten Dorfkern von Oetz liegenden Baues geht in das Jahr 1378 zurück. Um 1400 erstmals als "Thurn zu Etz" erwähnt, folgen weitere urkundliche Belege 1419 und 1627. In dieser Zeit erfolgte der letzte große Eingriff, als der Turm im 16. Jahrhundert als Sitz der chiemseeischen Grundherrschaftsverwaltung Getreidespeicher wurde. Aus dieser Periode stammt auch das gegenwärtige Aussehen innen und außen.

Die Geschichte des Turmes von Oetz lässt sich kurz als das Emporziehen eines Turmes mit einer Hofmauer in der späten Romanik (14. Jh.), einer kargen Wohnadaptierung in der Gotik 15. Jh.), Abbund einer repräsentativen Ausstat- tung mit architektonischen Umbauten in der Spätrenaissance bzw. im Frühbarock (16. Jh.) beschreiben.

Prägend für das Bauwerk war in den folgenden Jahrhunderten eine bäuerliche Nutzung um 1800. Nach dem Brand im Jahre 1951 und dem anschließenden flüchtigen Wiederaufbau des Dachgeschos- ses beherbergte es ab 1960 für einige Jahre die Volksschule sowie den Kindergarten von Oetz.

Nach einer gründlichen Renovierung präsentiert er sich jetzt wieder in alter Schönheit und vermittelt unseren Zeitgenossen aufs Neue seine hohen Ansprüche. In den letzten Jahren wurde der Turm umfassend restauriert und als Museum adaptiert.

    Was hat das Turmmuseum seinen Besuchern zu bieten ...

Im Tum überraschen die baulichen Details von der Romanik bis in die Ge- genwart. Angefangen bei ärmlichen mittelalterlichen Wohnverhältnissen bis zu großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen aus der frühen Neuzeit. Die spar- same Ausstattung an Mobiliar setzt sich aus einer Mischung von bäuerlichen und noblen Stücken zusammen, wie sie in den schönen Oetzer Häusern üb- lich waren.

Der Schwerpunkt des Museums aber liegt bei den Bildern! Von der Tradition her, sind die frühen religiösen Themen gewidmet, denn die alpine Land- schaftsmalerei gibt es erst seit rund 200 Jahren. Viele Künstler mit be- kanntem Namen waren bei der Entdeckung der Ötztaler Alpen dabei und haben kostbare Spuren hinterlassen.

In den Dörfern im vorderen Tal wurde früher eine starke, originelle Volks- kunst gepflegt, die auch zeitweise zur Geltung kommt.
Der Fotografie wird in Abständen immer wieder Platz eingeräumt, nicht nur als künstlerische Äußerung, sondern auch als topographischer Beweis.

Natürlich sind Persönlichkeiten die auswärts Karriere gemacht haben am Ort ihrer Herkunft verankert, der berühmteste von ihnen ist der Bildhauer Matthias Bernhard Braun.

Ständige Wechselausstellungen bringen Leben ins Haus. Außerdem wer- den auf dem Gebiet der Kunst die heimischen Besonderheiten gepflegt, die sonst selten irgendwo gezeigt werden.


    Hans Jäger (1937-2012)

Vorläufer des heutigen Turmmuseums war die Galerie zum alten Oetztal, die Hans Jäger privat in seinem Bauernhof in der Piburgerstraße ins Leben gerufen hatte: als ideeller Gegensatz zum Strom der Zeit, der viele Kulturgüter im länd- lichen Raum vernichtet, der über die ge- schichtlich gewachsene Substanz rück- sichtslos hinweg geht und damit die Landschaft geistig arm werden lässt.  Der Blick über die Ötztaler Alpen vom vorderen Tal aus bestimmt den Inhalt einer Sammlung an Bildmaterial verschiedener Art, der hier beherbergt und wechselnd ausgestellt wurde. Nach lebenslanger Aufbauarbeit kam eine große Summe an qualitätsvollen Bildzeugnissen zusammen, die über die Region viel aussagen und sie auch von der besten Seite zeigen.



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