Kulturfahrt nach OETZ am 26. August 2017

Geschichtliches auf dem Weg nach Oetz ...

Die Abtei Frauenwörth hatte über Jahrhunderte hindurch die größte bayerische Kloster-grundherrschaft mit Weingütern in den Alpen und im nördlichen Voralpenland inne.

 

Als Gründungsausstattung Tassilos wird in der frühesten verunechteten Urkunde Heinrichs IV. (1050-1106) von 1077 u. a. das Leukental und Axams genannt. Im ältesten Tiroler Urbar aus der Zeit um 1330 ist bereits ein großer Besitzkomplex verzeichnet, und 1585 erreichen die Abgaben aus Tirol schon ungefähr das Niveau bis zur Säkularisation 1803.

Axams

Die Ortschaft Axams (~700 m) war Verwaltungszentrum der Abtei Frauenwörth über ihre Besitzungen im Inn- und Ötztal. Im Gericht Axams besaß Frauenchiemsee etwa zwei Drittel aller Bauerngüter und das Kloster beanspruchte die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen von Axams bis ins Sellraintal. Das Verwaltungszentrum Axams ist bereits 1342 als Hofmark belegt. Im Dorf selbst gehörten im Jahr 1676 101 Anwesen und eine nahe gelegene Alm zu Frauenchiemsee.


An die Frauenchiemseer Herrschaft in Axams erinnert heute noch das Koritlerhaus, - das alte Gerichtshaus (Sylvester-Jordan-Straße). Das Christophorusfresko, das im Jahr 1521 auf die Hauswand des Gerichtshauses zierte, befindet sich heute im Museum Ferdinandeum in Innsbruck. Das 1501 von der Äbtissin Ursula Pfäffinger zusammen mit dem Amtshaus erbaute Gefängnis wurde Ende der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts abgebrochen.

Der Geldzins in Axams betrug 60 Gulden 56 Kreuzer, an Naturalien fielen jährlich an: 25 Star 2½ Metzen »Arbes« (getrocknete Erbsen), 25 Star 2½ Metzen Hafer, 40½ Laib Brot, 1 Kastraun (beschnittener Hahn), 4 Hühner und 4 Eier. In Grinzens lagen acht Frauenchiemseer Anwesen, die 13 Gulden 51 Kreuzer sowie 2 Star ½ Metzen Erbsen, 2 Star 1½ Metzen Hafer und 3½ Laib Brot dienten. In Omes befanden sich vier Anwesen, sie lieferten 6 Gulden 10 Kreuzer, 3 Star 4 Metzen Erbsen, die gleiche Menge Futterhafer und 8½ Laibe Brot. In Birgitz lagen zehn Anwesen, sie dienten 10 Gulden 51 Kreuzer, 5 Star 2½ Metzen Erbsen, 5 Star ½ Metzen Futterhafer und 8½ Laibe Brot.

Die Verwaltung der Besitzungen

Der Besitz des Klosters Frauenchiemsee erstreckte sich bekanntlich von Niederbayern bis nach Südtirol. In Tirol saßen 45% der Frauenchiemseer Untertanen (514 von 1140), die in Nordtirol in sieben Verwaltungsbezirken (darunter eine Hofmark), in Südtirol in einem Amt zusammengefasst wurden, die alle bis zur Säkularisation fast unverändert bestanden.

Um die schon angesichts der Entfernungen nicht unproblematische Verwaltung zu vereinfachen, wurden also Ämter gebildet - in Niederbayern und Tirol auch Propsteien genannt. In den Aufzeichnungen fanden sich 19 kleinere bayerische Ämter, in Nordtirol sieben größere und in Südtirol ein kleines Amt. Die Einteilung der Ämter richtete sich häufig nicht nach den Grenzen der jeweiligen Landgerichte, sie dürfte wohl schon vor der Ausbildung der Gerichte entstanden sein.

In den kleineren nichthofmärkischen Bezirken diente häufig der größte Bauer als Amtmann und Anlaufstelle für die Untertanen. An den Stifttagen kamen in der Regel auch Frauenchiemseer Amtleute vor Ort, zu bestimmten Anlässen - etwa bei ausbleibender Stift - erschien sogar die Äbtissin persönlich.

In den größeren Bezirken wurde ein Propst eingesetzt, in Tirol oft auch Kämmerer genannt. In den 5 Hofmarken (neben Frauenchiemsee waren dies Gstadt, Seebruck, Buch am Erlbach sowie Axams in Tirol) musste ein rechtskundiger Richter aufgestellt werden, da dem Kloster in diesen Bezirken die niedere Gerichtsbarkeit zustand. Er kümmerte sich meist auch um die Verwaltung. Sinnvollerweise hatten die Ämter unterschiedliche Stiftstermine vom Frühjahr bis zum Spätherbst. So verteilten sich sowohl der Verwaltungsaufwand als auch die Abgaben gleichmäßiger übers Jahr.

Besitzungen Frauenchiemsees um 1300

Urbar der Tiroler Besitzungen, 1330/1350


Die Leiheformen, Reichnisse und Hofgrößen

Im Gegensatz zum Mittelalter dominierte bis zur Säkularisation als Leiheform in den bayerischen Ämtern Frauenchiemsees die Neustift; Leib- und Erbrecht sowie Freistift sind relativ selten anzutreffen. Dieses Neustiftsrecht erlosch im Gegensatz zum Leibrecht nicht mit dem Tod des Bauern, sondern mit dem Ableben der Äbtissin. In Tirol hingegen galt seit einem Landesgesetz von 1404 das Erbrecht als das normale Leiheverhältnis und tatsächlich wird in einem Verzeichnis von 1585 erwähnt, dass die dortigen Klosteruntertanen Erbrecht besaßen. Das Erbrecht war die günstigste Leiheform, bei der das Anwesen auch an die Nachkommen übergeben werden konnte.

Die Höhe der Reichnisse an den Grundherrn orientierte sich weniger an der Leiheform, sondern vor allem an der Hofgröße. Neben dem Geldzins bzw. der Baustift - in den Frauenchiemseer Aufzeichnungen oft auch »Pfenniggilt« genannt - findet sich als eine kleine weitere jährliche Geldabgabe die »Ehrung«, die meist 8-12 Pfennige betrug. Obwohl als Ehrung häufig eine Gabe an die Amtleute bezeichnet wird, scheinen diese Ehrungs-Pfennige an Frauenchiemsee gegangen zu sein. Dem Kloster mussten auch Naturalien gedient werden, wie Getreide, Heu und Käse sowie als »Küchendienst« Eier, Hühner, Schmalz und sogar Brot. Oft hatten die Bauern noch Arbeitsdienste (Scharwerk) zu leisten, zum Beispiel als Erntehelfer auf den Klosterwiesen oder als Fuhrleute. Beim Besitzwechsel musste auch eine festgelegte Summe (Laudemium) bezahlt werden, die sich an der Gutsgröße orientierte.

Für die Hofgröße wird in den meisten Frauenchiemseer Aufzeichnungen der Begriff Lehen verwandt (nicht zu verwechseln mit der Ausgabe eines Gutes als Lehen).

In der Tiroler Hofmark Axams erscheint im Verzeichnis von 1497 jedoch das »Kammerland« als Maßeinheit, das dem Lehen entsprach. In den jüngeren Büchern verwandte man dann ebenfalls den Begriff Lehen. Heute findet sich das Kammerland immer noch als Orts- und Flurname im Raum Axams.

Gelegentlich wurden auch Angaben über die Größe der landwirtschaftlichen Flächen gemacht. In Bayern maß das alte Tagwerk, auch Jauchert oder Joch genannt, 0,6 Hektar. Das Ötztal mit seinem vielen Schwaigen hatte ein eigenes Maß, die »Kuefuer« (Kuhfuhr). Die Kuhfuhr war die Fläche, deren Ertrag für die Haltung einer Kuh ausreichte, sie umfasste 0,29 bis 0,35 Hektar.

Der Programmverlauf

Treffpunkt

Anfahrt

 

 

 

 

 

 

 

 

Verlauf

Mittags

Nachmittag

 

Rückfahrt

Kosten

Anmeldung

10:30 Uhr vor dem Haupteingang des "Chiemseehofs" in der Altstadt, Krotachgasse 8

Wegen der vielen Staus in Salzburg empfehlen wir die Anreise mit dem Zug EC 111

München ab 8:18

Rosenheim ab 8:57

Prien ab 9:13

Traunstein ab 9:33

Freilassing ab 9:51

Salzburg an 9:59 dann mit Bus oder Taxi in die Altstadt.

Für die Autoanfahrt bietet sich die CONTIPARK Tiefgarage A Altstadtgarage 

(Mönchsberg) an. Von dort aus zu Fuß ca. 15 Minuten.

Begrüßung und Führung durch Landtagspräsidentin Frau Dr. Brigitta Pallauf.

Gegen 13:00 Uhr im Peterskeller (Abtei St. Peter).

15.00 Uhr Führung mit Herrn Erzabt Korbinian Birnbacher OSB, Abtei St. Peter, durch die Dauerausstellung der Abtei im „DomQuartier”.

Züge fahren stündlich um 17:15, 18:15 ... Richtung München.

Die Kosten für Anreise/Verköstigung/ggf. Eintritt tragen die Teilnehmer.

Für Rückfragen und Anmeldung (bis 2. April) wenden Sie sich an:

Herrn Hans-Eberhard Kühn

Tel.: 08621 / 61541

e-mail: he.kuehn@t-online.de 

DiDetails zur Fahrt hier herunterladen!


Der Chiemseehof

Der Chiemseehof als ehemaliger Sitz der Bischöfe von Chiemsee beherbergt heute die Salzburger Landesregierung und den Salzburger Landtag.

 

Er umfasst insgesamt fünf Gebäude als Häuserblock zwischen Pfeifergasse und Krotachgasse, mit einem zur letzteren offenen Innenhof. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg.

1215 errichtete der Erzbischof von Salzburg das Bistum Chiemsee. Der Bischof von Chiemsee fungierte als persönlicher Weihbischof des Erzbischofs, der ihm auch weitere Aufgaben auferlegte. Obwohl Bischof einer eigenen Diözese, residierte der Bischof stets in Salzburg, wo er den erstmals 1216 erwähnten Chiemseehof bewohnte.

Um 1300 wurde er zur Residenz ausgebaut. Die Kapelle des Hofes wurde in erweiterter Größe, die man getrost eine Kirche nennen konnte, 1497 eingeweiht.

 

Nach einem Brand Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Gebäude ab 1694 wiedererrichtet, vergrößert und umgebaut. Der Chiemseehof diente bis 1812 als Residenz der Bischöfe zu Chiemsee. 1812 wurde der vormalige Bischof von Chiemsee Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg anerkannter Administrator der Erzdiözese Salzburg. Bis 1861 residierten dann hier sein Nachfolger, die Salzburger Erzbischöfe Augustin Gruber, Fürst zu Schwarzenberg und von Tarnóczy.

Seit 1866 ist der Chiemseehof Sitz des Salzburger Landtags und der Landesregierung. Der Komplex wurde mehrmals umgebaut, so wurden 1873 im Zuge von Adaptierungsarbeiten das Kumpfmüllertor samt Zubauten und die Hofkapelle abgetragen.

Der heutige Sitzungssaal des Landtages wurde in einem Gebäude eingerichtet, das Bischof Silvester Phlieger (1438–1451) als Getreidekasten errichtet hatte. 1967 bzw. 1977 wurde der Chiemseehof grundlegend renoviert. 

Der Weg nach OETZ

  • Fußweg vom Hauptbahnhof zum Chiemseehof (Haupteingang):
  • Bus vom Hauptbahnhof zum Chiemseehof (Haupteingang):

Buslinie 5 Richtung "Birkensiedlung"
ab 09:06 Bussteig C 
an 09:15  Mozartsteg/Rudolfskai 

dann 7 Minuten (430 m) Fußweg zum Chiemseehof

 

Buslinie 60 Richtung Hallein Heidebrücke
ab 09:10 Bussteig A 
an 09:19  Mozartsteg/Rudolfskai

dann 5 Minuten (345m) Fußweg zum Chiemseehof

 

Buslinie 170 Richtung Hallein Bahnhof
ab 09:15 Bussteig A 
an 09:24  Mozartsteg/Rudolfskai

dann 5 Minuten (345m) Fußweg zum Chiemseehof

  • Fußweg vom Parkhaus zum Chiemseehof (Haupteingang):

Der Peterskeller

Der Stiftskeller St. Peter (Peterskeller) befindet sich in der Salzburger Altstadt (Mönchsstadt) auf dem Gelände der Erz-abtei St. Peter - ca. 10 Min. Fußweg vom Chiemseehof 

entfernt. 

Der "Peterskeller" war ursprünglich das Gästehaus der Benediktinermönche von St. Peter und zählt sicherlich zu den ältesten Gasthäusern der Stadt. Ob es allerdings wirklich das älteste Restaurant Europas ist, wie behauptet wird, ist allerdings nicht bewiesen. Wohl wurde der Keller bereits 803 von Alkuin, einem Gefolgsmann von Kaiser Karl dem Großen, erwähnt. 1300 wird er vom Mönch von Salzburg beschrieben. Ja sogar

Faust persönlich soll im Keller eingekehrt sein. 

Kurzer geschichtlicher Überblick:

  803      Der St. Peter Stiftskeller wird erstmals urkundlich durch den Gelehrten Alkuin, einem Gefolgsmann

               Kaiser Karls des Großen, erwähnt.

1300      Der St. Peter Stiftskeller findet Aufnahme in die Literaturgeschichte durch den Dichter und Kompo-
               nisten „Mönch von Salzburg“.

1510      Umfassende Vergrößerung – selbst Faust wusste um die Qualität dieses Ortes.

1720      Veränderung des Stiftskellers – Adel, Bürgertum und Klerus kehren ein.

1760      Michael Haydn bewohnt das Obergeschoß des Stiftskellers.

1803      Erwerb der „Biergerechtigkeit“ und Ausschank von Bier. Davor war der Stiftskeller ein reines Wein-

               lokal, in dem die Patres ausschließlich eigene Weine ausschenken durften.

1809      Während der napoleonischen Kriege werden Soldaten der französischen Truppen im Stiftskeller ein-

               quartiert.

1903      Bau des Barocksaals und Ausbau der Willibaldhöhle unter Abt Willibald Hauthaler.

1918      Der Stiftskeller wird während des Ersten Weltkrieges geplündert. 

2003      Der Stiftskeller feiert sein 1200-jähriges Bestehen.

2015      Durch ein Gutachten des Bundesdenkmalamtes wurde festgestellt, dass das Eingangstor zum St. 

               Peter Stiftkskeller das älteste Tor des St. Peter Bezirks ist. Das Tor wurde generalsaniert und der ur-

               sprüngliche Zustand aus dem Jahr 1710 wieder hergestellt.

Das DomQuartier

Barocke Macht – Barocke Pracht

15 000 prachtvolle Quadratmeter – 2000 überwältigende Exponate – 1300 bewegte Jahre

Mit der Eröffnung des "DomQuartiers" setzte Salzburg 2014 ein kul-turelles Highlight im Herzen der Stadt:

Das ehemalige Zentrum fürsterzbischöflicher Macht, der Komplex aus Residenz und Dom, ergänzt um das Benediktinerkloster St. Peter, ist erstmals nach 200 Jahren der Öffentlichkeit als Rundgang zugänglich. 

Vor mehr als 400 Jahren begannen die mächtigen Fürsterzbischöfe, die Stadt Salzburg in ein barockes Juwel zu verwandeln. Beeindruckt vom üppigen Prunk im einflussreichen Kirchenstaat Rom, sollte auch die Hauptstadt des Salzburger Bistums neu erblühen, das durch den Handel mit Salz, Gold und anderen Rohstoffen äußerst vermögend war. Die größten Architekten jener Zeit wurden nach Salzburg geholt, sie schufen ein städtebauliches Meisterwerk, das heute als Weltkulturerbe der UNESCO geschätzt und geschützt wird.

Die fünf integrierten Museen:

  • Die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung mit der Residenz.
  • Die Residenzgalerie wurde 1923 als Ersatz für die in den napoleonischen Kriegen verloren gegangenen fürsterzbischöflichen Sammlungen gegründet.
  • Das Dommuseum der Erzdiözese Salzburg wurde 1974 gegründet, ist in den Emporenräumen des Doms beheimatet und zeigt den Domschatz sowie Kunst- und Wunderkammer.
  • Die Erzabtei St. Peter 696 von Bischof Rupert gegründet, gilt als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum sowie älteste Institution der Stadt.
  • Das Salzburg Museum 1834 begründet, besteht seit 2007 als Museum für Kunst- und Kulturgeschichte für Stadt und Land Salzburg in der Neuen Residenz

Das Museum St. Peter im "Wallistrakt" der Residenz

Das neu gestaltete Museum St. Peter befindet sich im Wallistrakt, im ältesten erhaltenen Bauteil des 1604 unter Wolf Dietrich begonnenen barocken Neubaus der Salzburger Residenz. Die Kunstschätze der Erzabtei St. Peter haben hier erstmalig eine ständige Heimstatt. Anders als die fürsterzbischöflichen Kunstsammlungen wurden jene von St. Peter nicht säkularisiert und enteignet, weshalb viele wertvolle Stücke – immerhin geschätzte 40 000 Objekte – erhalten blieben. Eine Auswahl der schönsten Exponate wird der Öffentlichkeit präsentiert: Münzen, Messkelche, Kreuze, Andachtsbildchen u.v.m. sowie eines der ältesten Objekte, das Rupertuspastorale, ein Abtstab aus dem 11./12. Jahrhundert. Zudem spürt die Dauerausstellung den Verbindungen der Komponisten Johann Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart zu St. Peter nach. In einem dritten Raum wird die Geschichte des ältesten – seit 696 bestehenden – Klosters im deutschsprachigen Raum in Wort und Bild anschaulich erzählt.

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