Die "Kleine Krippe von Frauenwörth"

Am 11.12. 1999 weihte Monsignore Erich Lidel, langjähriger Vorsitzende des Bayerischen Krippenverbandes, im Äbtissinnengang unseres Klosters die so genannte “Kleine Krippe von Frauenwörth” ein.

Ihre Geschichte

Gerti Schanderl, 1924
Gerti Schanderl, 1924

Zu Beginn des Advent 1948 erhielt die damalige Äbtissin Stephania Wolf OSB einen Brief aus dem Pfarrhof in Malching am Inn. Die damals 70jährige Frau Gerti Schanderl schrieb:

 

“Meine Großeltern vaterseits, resp. Urgroßeltern haben seinerseits bei der Klosteraufhebung 1803 das Kripplein von Frauenwörth ersteigert. Davon habe ich noch 52 Figürchen, wachsbossiert, textil bekleidet mit feinster Filigranarbeit ... Da sich nun verschiedene Leute interessieren, möchte ich vorab die hoch-würdige Frau Äbtissin fragen, ob sie das Kripplein nicht gern für das Kloster zurück hätte?” Bald darauf schon kamen die Figürchen in einem “Postpaket” heil an ihren ursprünglichen Ort zurück und Frau Schanderl schreibt: “... bezahlen lass ich mir das Kripplein nicht, aber wenn die hochehrwürdige Frau Äbtissin ein wenig Lebkuchen und ein Fläschlein von dem rühmlich bekannten Klosterlikör für mich übrig hat, so soll und wird es mich freuen - aber besonders erbitte ich das Gedenken im Gebet ...”


Dieser großherzigen Geste der Gerti Schanderl verdanken wir die Rückkehr unseres kleinen Krippenschatzes. Aufgrund der damaligen Zeitumstände und manch anderer Fügungen hielten die “Heimkehrer” zunächst einen vierzigjährigen Dornröschenschlaf im Archivschrank ...

König aus der Geburtsszene
König aus der Geburtsszene

1992 brachte Äbtissin Domitilla sie in die Krippenzelle, wo sie nun neu und bewusst in Erscheinung traten.

Nach der ersten Begutachtung durch Frau Dr. Gockerell stand fest:

Diese nur 9-11 cm großen Figuren mussten von ausgewiesenen Fachleuten restauriert und anschließend so aufgestellt werden, dass ihnen in Zukunft kein Schaden mehr geschehen konnte. So wurde nach 6 Jahren glücklicher Restaurierungsarbeiten an den Figürchen auch der Bau eines schützenden und den Krippenszenen gemäßen Krippenkastens notwendig.

Mit Hilfe kompetenter Krippenfreunde wurde dieses Problem aufs Beste gelöst, so dass Frau Dr. Gockerell ihren Festvortrag am 21.12.1999 mit den Worten schloss:

“Nach der ebenso aufwändigen wie sorgfältigen Restaurierung der Figürchen und bei der einfühlsamen Anfertigung des neuen Kastens hat der Konvent auf der Fraueninsel ein Kleinod der Bayerischen Krippenkunst wieder gewonnen, das nicht nur besonders liebenswert ist, sondern auch einen wichtigen Markstein in der Entwicklungs-geschichte der Krippe in Bayern bildet.”

Wie bei der “Großen Krippe” ist auch hier die Erstentstehung der Figuren unbekannt, wenn auch vieles für eine Klosterarbeit spricht.

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